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Sprachliche Korrektur Teil I

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## Menschliche Verbesserung[^1]
Die Verbesserung des Menschen (HE für Human enhancement) hat an Sichtbarkeit und Beliebtheit in den letzten Jahrzehnten dazugewonnen. Dies ist auf eine erhebliche Zunahme der am Thema interessierten Bereiche wie Nanotechnologie, Biotechnologie, Informationstechnologie und Kognitionswissenschaft zurückzuführen (engl. NBIC). Die schnelle Entwicklung von Innovationen in diesen Bereichen hat einen theoretischen Raum für Spekulationen über die moralische Akzeptanz der durch die Anwendung von Gentechnik, Medikamenten und Technologie verbesserten oder erweiterten menschlichen Fähigkeiten geschaffen, um so eine Anzahl von Untergruppen wie kognitive Verbesserung (CE), moralische Verbesserung (ME) und emotionale Verbesserung (EE) zu bilden.
Die Verbesserung des Menschen (HE für human enhancement) hat in den letzten Jahrzehnten an Sichtbarkeit und Beliebtheit dazugewonnen. Dies ist auf eine erhebliche Zunahme der am Thema interessierten Bereiche wie Nanotechnologie, Biotechnologie, Informationstechnologie und Kognitionswissenschaft zurückzuführen (engl. NBIC). Die schnelle Entwicklung von Innovationen in diesen Bereichen hat einen theoretischen Raum für Spekulationen über die moralische Akzeptanz der durch die Anwendung von Gentechnik, Medikamenten und Technologie verbesserten oder erweiterten menschlichen Fähigkeiten geschaffen, um so eine Anzahl von Untergruppen wie kognitive Verbesserung (CE), moralische Verbesserung (ME) und emotionale Verbesserung (EE) zu bilden.
Viele Akademiker der westlichen Welt, darunter auch Wissenschaftler und Philosophen, befürworten jetzt die Verbesserung des Menschen mithilfe der Werkzeuge der Wissenschaft, und das Motto *wenn wir können, dann sollten wir* wird manchmal verwendet, um diese Position zu untermauern. Der Appell zur Reduzierung der menschlichen Schwäche und zur möglichen Verbesserung einer Reihe von menschlichen Fähigkeiten ist offensichtlich, aber die Meinungsverschiedenheiten, die sich aus den moralischen und politischen Fragen ergeben, bleiben bestehen. Wir können grundsätzlich zwischen denen unterscheiden, die die HE befürworten (und man je nach Kontext als *Bioliberale*, *Posthumanisten* oder *Transhumanisten* bezeichnet) und jenen, die gegen Eingriffe in den menschlichen Zustand sind, die über die Standardfunktion hinausgehen (diese Gruppe ist die Gruppe der *Biokonservativen*).
Viele Akademiker der westlichen Welt, darunter auch Wissenschaftler und Philosophen, befürworten jetzt die Verbesserung des Menschen mithilfe der Werkzeuge der Wissenschaft, und das Motto *wenn wir können, dann sollten wir* wird manchmal verwendet, um diese Position zu untermauern. Der Appell zur Reduzierung der menschlichen Schwäche und zur möglichen Verbesserung einer Reihe von menschlichen Fähigkeiten ist offensichtlich, aber die Meinungsverschiedenheiten, die sich aus den moralischen und politischen Fragen ergeben, bleiben bestehen. Wir können grundsätzlich zwischen denen unterscheiden, die die HE befürworten (und man je nach Kontext als *Bioliberale*, *Posthumanisten* oder *Transhumanisten* bezeichnet) und jenen, die gegen Eingriffe in den menschlichen Zustand, die über die Standardfunktion hinausgehen, stehen (diese Gruppe ist die Gruppe der *Biokonservativen*).
## Was meinen wir, wenn wir von Verbesserung des Menschen reden?
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Seit Beginn dieser Diskussion haben Nick Bostrom und Rebecca Roache bewiesen, dass exponentielle Entwicklungen in Nanotechnologie, synthetischer Biologie, Neurologie und Gentechnik nicht nur die Voraussetzungen für eine Neubewertung der Bedeutung des Menschseins geschaffen haben. Sie gelten auch für die Weise(n) und den Umfang, zu dem wir in die natürliche Erbanlage der Menschheit eingreifen sollten. Die grundlegendsten menschlichen Fähigkeiten eines Individuums können jetzt aus dem Zustand einer Verletzung oder Krankheit heraus nicht nur auf ihrem ursprünglichen Niveau wiederhergestellt, sondern auch verbessert werden.
Der Vergleich zwischen Verbesserung und Therapie ist lehrreich. Während die Therapie ein Problem oder eine Dysfunktion zu beheben versucht und dadurch dem Individuum ermöglicht, den Status der *Normalität* zurückzuerlangen, zielt die Verbesserung ab auf die Überwindung der Barrieren von Normalität und will über die natürlichen Grenzen der Menschheit hinausgehen. Diese umstrittene Unterscheidung bedarf einer Erklärung. Die therapeutische Behandlung wird in diesem Kontext definiert als: a) eine Wiederherstellung eines Standard-Funktionsniveaus; b) reversibel und c) weniger invasiv und günstiger als die Verbesserung. Im Gegensatz dazu ist die Verbesserung als Behandlung: a) eine Möglichkeit zur Anhebung des Funktionsniveaus über den Standard; b) nicht leicht reversibel; c) und invasiver und teurer als die Therapie. Das folgende Beispiel erläutert die obigen Definitionen: Die Verfügbarkeit, der Erwerb – und der Gebrauch – einer Brille könnten als Teil der therapeutischen Behandlung schlechter Sehfähigkeit gerechtfertigt werden. Der Prozess der neuralen Implantation hingegen würde diese nicht rechtfertigen, da er darauf abzielt, die Gedächtnisleistung um 20% zu erhöhen. Während die Überlappungsschwelle zwischen Therapie und Verbesserung Gegenstand einer offenen Debatte ist, ist es dennoch wichtig, für die erwähnten Begriffe einen Bezugsrahmen zu haben.
Der Vergleich zwischen Verbesserung und Therapie ist lehrreich. Während die Therapie ein Problem oder eine Dysfunktion zu beheben versucht und dadurch dem Individuum ermöglicht, den Status der *Normalität* zurückzuerlangen, zielt die Verbesserung auf die Überwindung der Barrieren von Normalität und will über die natürlichen Grenzen der Menschheit hinausgehen. Diese umstrittene Unterscheidung bedarf einer Erklärung. Die therapeutische Behandlung wird in diesem Kontext definiert als: a) eine Wiederherstellung eines Standard-Funktionsniveaus; b) reversibel und c) weniger invasiv und günstiger als die Verbesserung. Im Gegensatz dazu ist die Verbesserung als Behandlung: a) eine Möglichkeit zur Anhebung des Funktionsniveaus über den Standard; b) nicht leicht reversibel; c) und invasiver und teurer als die Therapie. Das folgende Beispiel erläutert die obigen Definitionen: Die Verfügbarkeit, der Erwerb – und der Gebrauch – einer Brille könnten als Teil der therapeutischen Behandlung schlechter Sehfähigkeit gerechtfertigt werden. Der Prozess der neuralen Implantation hingegen würde diese nicht rechtfertigen, da er darauf abzielt, die Gedächtnisleistung um 20% zu steigern. Während die Überlappungsschwelle zwischen Therapie und Verbesserung Gegenstand einer offenen Debatte ist, ist es dennoch wichtig, für die erwähnten Begriffe einen Bezugsrahmen zu haben.
Das berühmte Beispiel des südafrikanischen Läufers Oskar Pistorius macht die aktuellen Schwierigkeiten in Bezug auf die Unterscheidung zwischen Verbesserung und Therapie deutlich. Ohne Waden geboren, wurden ihm schon sehr früh die Beine unterhalb des Knies amputiert und durch Beinprothesen ersetzt. Dank seines Engagements beim Training und der Einführung einer Flex-Foot-Cheetah-Paares konnte Pistorius 2005 in der Startklasse T44 auf der Distanz von 200m die Goldmedaille gewinnen.
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Bostrom, N. 2010. Letter from Utopia, *Studies in Ethics, Law, and Technology* 2(1), pp.1-7. <http://www.nickbostrom.com/utopia.pdf>
Garasic, M. D. & A. Lavazza. 2016. Moral and social reasons to acknowledge the use of cognitive enhancers in competitive-selective contexts, *BMC Medical Ethics* 17(1) <https://doi.org/10.1186/s12910-016-0102-8>
Garasic, M. D. & Lavazza, A. 2016. Moral and social reasons to acknowledge the use of cognitive enhancers in competitive-selective contexts, *BMC Medical Ethics* 17(1) <https://doi.org/10.1186/s12910-016-0102-8>
Garasic, M. D. 2017. Enhancements 2.0: self-creation might not be as lovely as some think, *Topoi* <https://doi.org/10.1007/s11245-017-9469-5>
Habermas, J. 2006. The future of human nature. Camebridge: Polity Press. http://doi.org/10.1080/15017410500246111
Sandel, M.J. 2002. What’s Wrong with Enhancement <https://bioethicsarchive.georgetown.edu/pcbe/background/sandelpaper.html>
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Savulescu, J. & I. Persson. 2012. Moral Enhancement, *Philosophy Now*, Issue 91 <https://philosophynow.org/issues/91/Moral_Enhancement>
Savulescu, J. & Persson, I. 2012. Moral Enhancement, *Philosophy Now*, Issue 91 <https://philosophynow.org/issues/91/Moral_Enhancement>
## Dazugehörige Videos
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