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......@@ -26,7 +26,7 @@ Im traditionellen Sinne hat Ethik mit dem eigentlichen Verhaltenskodex gegenübe
Allgemein gesagt beschäftigt sich die Roboterethik mit der Examinierung und Analyse ethischer Aspekte, die mit dem Design und dem Gebrauch von Robotern im Zusammenhang stehen. Zum Beispiel Fragen, ob manche Roboter nicht benutzt werden sollten, da sie eine Bedrohung für das menschliche Wohlergehen darstellen oder ob manche Roboter gegen Werte und menschliche Interessen, wie Privatsphäre, verstoßen. Und nochmal: ethische Examinierung beschäftigt sich hier auch damit, Gründe für Haltungen und bestimmte Handlungen zu liefern. In diesem Kapitel fokussieren wir Roboter, die ein gewisses Level an Autonomie besitzen. Warum ergibt sich an dieser Stelle die Diskussion um Autonomie? Nun, zugegebenermaßen werfen alle Roboter ethische Fragen auf, aber generell steigt mit wachsender Autonomie die erforderliche Sensibilität und die Notwendigkeit einer genauen Prüfung. Das Hauptaugenmerk im nächsten Abschnitt liegt auf der Robotertechnologie, die einen gewissen Grad an Autonomie oder "Intelligenz" erfordert, d.h., dass die Robotoer dazu in der Lage sind, bestimmte Aufgaben ohne das Eingreifen eines Menschens zu erledigen. Es muss dabei bedacht werden, dass Autonomie von Robotern nicht mit Autonomie von Menschen verwechselt werden darf. Letztere bedeutet nämlich für gewöhnlich, dass man sein Leben nach seinem eigenen Gewissen führt.
Eine kurze Zusammenfassung des bisher Angesprochenen: Wir haben zuerst unsere Obsession von künstlichen Kreaturen und Robotern betrachtet. Danach haben wir eine einfache Klassifizierungsmöglichkeit für Roboter eingeführt. Am wichtigsten war jedoch, dass auch Ethik und Roboterethik angesprochen wurden. Im nächsten Abschnitt werfen wir einen Blick auf einige ethische Probleme, die in Verbindung mit besonderen Robotertechnologien aufkommen. Insbesondere konzentrieren wir uns dabei auf vier Typen der Robotertechnologie: Militärroboter, Begleitroboter, Roboterassistenten und autonome Fahrzeuge.
Eine kurze Zusammenfassung des bisher Angesprochenen: Wir haben zuerst unsere Obsession von künstlichen Kreaturen und Robotern betrachtet. Danach haben wir eine einfache Klassifizierungsmöglichkeit für Roboter eingeführt. Am wichtigsten war jedoch, dass auch Ethik und Roboterethik angesprochen wurden. Im nächsten Abschnitt werfen wir einen Blick auf einige ethische Probleme, die in Verbindung mit besonderen Robotertechnologien aufkommen. Insbesondere konzentrieren wir uns dabei auf vier Typen der Robotertechnologie: Militärroboter, Begleitroboter, Pflegeroboter und autonome Fahrzeuge.
## (3) Roboter und Ethik
......@@ -60,7 +60,7 @@ Nach dem eher trostlosen Thema der Killermaschinen können wir uns nun den erbau
Es gibt ein paar Dinge, die für Begleitroboter sprechen. Einige Hinweise liegen dafür vor, dass Begleitroboter die Interaktion und Kommunikation autistischer Kinder erhöhen (Scassellati, Admoni, Matarić 2012). Darüber hinaus können Begleitroboter auch die Einsamkeit mancher Menschen lindern, insbesondere wenn sie älter oder sozial isoliert sind (Bemelmans et al. 2012). Dennoch sollten uns die süßen und knuddeligen Begleitroboter nicht über die ethischen Probleme hinwegsehen lassen. Eins darunter betrifft Sympathie und Täuschung: Sollten wir wirklich Dinge schaffen, die für die Seite der Nutzenden ein hohes Sympathie-Potential besitzen, wobei diese Sympathie letztlich auf Täuschung hinausläuft? Schließlich gibt der Roboter vor etwas zu sein, was er nicht ist: ein Freund oder Begleiter. In anderen Worten: Machen die möglichen Vorteile des Begleitroboters die Kosten der Tatsache wieder wett, dass besagte Vorteile durch die Täuschung eines Menschen erreicht werden und ihn an eine gegenseitige Beziehung glauben lassen (Sparrow & Sparrow 2006)? Eine weitere ethisch relevante Angelegenheit ist der Datenschutz, da Menschen mit Begleitrobotern in intimen Rahmen, wie z.B. deren Zuhause, interagieren und kommunizieren. Die dort gewonnenen Informationen sollten geschützt und sicher aufbewahrt werden, sodass sie unberechtigten Dritten nicht zugänglich ist. Es ist auch lohnenswert, über das Eigentumsrecht der in privaten Kontexten gewonnenen Daten nachzudenken. Sollte dieses Eigentumsrecht bei der Person verbleiben, die mit dem Begleitroboter interagiert oder ist es legitim, es dem Unternehmen zuzugestehen, das den Roboter hergestellt hat? (Eine ähnliche Frage kann bei anderen Technologien ebenfalls aufkommen. Hier ist z.B. an Geräte oder Services wie Amazons Alexa oder Microsofts Cortana zu denken).
Ein anderes ethisches Problem betrifft das Autoritäts- und Autonomielevel, das wir den Begleitrobotern geben. Soll ein Begleitroboter, der mit der Begleitung eines kleinen Kindes beauftragt ist, einschreiten können, wenn das Kind etwas Unerlaubtes tut und beispielsweise Süßigkeiten isst?
Einige dieser oben angesprochenen Aspekte treffen auch auf Roboterassistenten zu, auf die wir im Folgenden zu sprechen kommen.
Einige dieser oben angesprochenen Aspekte treffen auch auf Pflegeroboter zu, auf die wir im Folgenden zu sprechen kommen.
### Pflegeroboter
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