Commit 03ef0ff9 authored by Axel Dürkop's avatar Axel Dürkop

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## Trends
* [Einleitung](./trends/einleitung.md)
* [Open Source](./trends/opensource.md)
* [Open Science](./trends/openscience.md)
* [Open Access](./trends/openaccess.md)
* [Open Science](./trends/openscience.md)
* [Open Education](./trends/openeducation.md)
* [Weiterführende Informationen](./trends/weiterfuehrend.md)
......
......@@ -71,6 +71,10 @@ Auf der folgenden Seite kann noch eine Nachricht eingetragen werden. Der MR wird
Die Autor_innen des Originalprojektes erhalten nun eine Nachricht über den Beitrag und können ihn integrieren. Vorher haben sie aber die Möglichkeit, die Qualität des Beitrags zu beurteilen und ihn ggf. mit einem Kommentar zurückzuweisen. Dieses Verfahren sichert in hohem Maße die Qualität von Quellcode und Texten.
## Beitragende
[Im Repository dieses Skripts](https://collaborating.tuhh.de/itbh/vortrag-kollaborieren-in-forschung-und-lehre/graphs/master) sind die Personen gelistet, die beigetragen haben. Vielen Dank!
## Referenzen
Diese Seite wurde in Anlehung an [die Anleitung der Django Girls](https://github.com/DjangoGirls/tutorial/blob/master/README.md) erstellt.
Diese Seite wurde in Anlehnung an [die Anleitung der Django Girls](https://github.com/DjangoGirls/tutorial/blob/master/README.md) erstellt.
......@@ -10,14 +10,14 @@ Kollaborieren in Lehre und Forschung hat zwei notwendige Bedingungen: Wollen und
Das bedeutet, dass Teilhabe an modernen Arbeitsprozessen in Forschung und Lehre nur denjenigen möglich ist, die souverän mit digitalen Werkzeugen, Arbeitsweisen und Formaten umgehen können. Versteht man Teilhabe dazu nicht nur als "Mitmachen", sondern auch als "Mitgestalten", wachsen die Anforderungen an die Ausbildung von Wissenschaftler_innen. Denn Können heißt dann nicht nur "bedienen" von Software, sondern auch "(Mit)entwicklung". Damit schließt sich dann der Kreis wieder zur [Open-Source-Bewegung](../trends/opensource.md).
## Welche Techniken muss ich kennen?
Auch diese Frage ist vor dem Hintergrund von Heises Postulat schwer zu beantworten. Allerdings ist zu beobachten, dass eine Technik für das Kollaborieren im großen Kontext von *Openness* immer wichtiger zu werden scheint: Die Arbeit mit [Git](https://git-scm.com/) und [GitHub](https://github.com/). Der Workshop arbeitet demzufolge auch darauf hin, ein grundsätzliches Verständnis für diese praxisorientierte (Kultur)technik des Teilens zu vermitteln.
## Welche Tools muss ich kennen?
Die Frage kann nicht abschließend beantwortet werden, da ständig neue Tools und Plattformen veröffentlicht werden, die meist einen kollaborativen Arbeitsstil unterstützen. Daher geht es eher um die Haltung zum Spielen und Experimentieren mit diesen Tools. Für diesen Workshop wurden einige ausgewählt, die exemplarisch zeigen sollen, wie offene und kollaborative Praktiken in Forschung und Lehre mit zeitgemäßen Tools aussehen können.
## Welche Techniken muss ich kennen?
Auch diese Frage ist vor dem Hintergrund von Heises Postulat schwer zu beantworten. Allerdings ist zu beobachten, dass eine Technik für das Kollaborieren im großen Kontext von *Openness* immer wichtiger zu werden scheint: Die Arbeit mit [Git](https://git-scm.com/) und [GitHub](https://github.com/). Der Workshop arbeitet demzufolge auch darauf hin, ein grundsätzliches Verständnis für diese praxisorientierte (Kultur)technik des Teilens zu vermitteln.
## Referenzen
* Heise, C. (2017). Von Open Access zu Open Science: Zum Wandel von wissenschaftlicher Kommunikation. Lüneburg: Leuphana. Zugriff am 4.2.2017. Verfügbar unter: http://live.offene-doktorarbeit.de/uebersicht
......@@ -14,7 +14,7 @@ Geht man nach Komfort, Design und Feature-Reichtum, schneiden die Tools von Goog
### Gruppenarbeit
Ein Etherpad begleitend zu einer Präsenzveranstaltung aufzusetzen, kann viele positive Effekte haben:
Ein Etherpad begleitend zu einer Präsenzveranstaltung einzusetzen, kann viele positive Effekte haben:
* kollaboratives Protokollieren und Dokumentieren der Sitzung
* einfaches Verbreiten von Links für Dozent_innen: Will die Lehrperson spontan die Teilnehmenden auf eine Website lenken, ruft sie die entsprechende Website im eigenen Browser auf und kopiert den Link ins Etherpad. Alle Teilnehmenden, die das Etherpad geöffnet haben, brauchen nun nur noch auf den Link zu klicken.
......@@ -32,7 +32,7 @@ Ein mittlerweile häufiger anzutreffendes Szenario für eine sehr offene Kollabo
* Die TUHH hostet [einen eigenen Etherpad-Dienst](https://laurana05.rz.tu-harburg.de/).
* Das [ZUM-Wiki](https://zumpad.zum.de/) ist im deutschsprachigen Raum ebenfalls eine verlässliche Instanz.
* Ethercalc ist nicht so häufig vertreten und kann z.B. [direkt beim Entwickler](https://ethercalc.net/#about) genutzt werden.
* Ethercalc ist als Dienst nicht so häufig vertreten und kann z.B. [direkt beim Entwickler](https://ethercalc.net/#about) genutzt werden.
## Tipps
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......@@ -26,7 +26,7 @@ Durch die zeichengenaue Verfolgung von Änderungen ermöglicht Git einen Grad an
## Wie lernen?
Wer mit Git arbeitet, weiß, dass die Lernkurve sehr steil sein kann. Ein Einstieg über die Weboberflächen ist dringend zu empfehlen, das sich in einem Lehr-/Lernsetting die Situation gut vermeiden lassen, in denen eine lokale Git-Installation zwingend notwendig ist.
Wer mit Git arbeitet, weiß, dass die Lernkurve sehr steil sein kann. Ein Einstieg über die Weboberflächen ist dringend zu empfehlen, da sich in einem Lehr-/Lernsetting die Situationen gut vermeiden lassen, in denen eine lokale Git-Installation zwingend notwendig ist.
Es wäre sinnvoll, wenn sich an der TUHH eine Arbeitsgemeinschaft findet, die die Arbeit mit Git zum Gegenstand hat und gemeinsam Fragen und Probleme klärt. Ein Ort im Netz könnte [die neue Lerncommunity der TUHH](https://community.tuhh.de/) sein.
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......@@ -6,7 +6,7 @@
## GitLab an der TUHH
Das Vorhaben, eine eigene GitLab-Instanz an der TUHH zu hosten, entstand im Rahmen des Projekts [*Hamburg Open Online University*](http://www.hoou.de/p/). Ausgehend von der Fragestellung, wie ein offener technischer Workflow für die Entwicklung und Publikation von [Open Educational Resources](https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Educational_Resources) aussehen könnte, wurden einige technische Komponenten zu einem größeren Konstrukt zusammengezogen (Dürkop, 2016). Dieses kann in Kürze so beschreiben werden:
Das Vorhaben, eine eigene GitLab-Instanz an der TUHH zu hosten, entstand im Rahmen des Projekts [*Hamburg Open Online University*](http://www.hoou.de/p/). Ausgehend von der Fragestellung, wie ein offener technischer Workflow für die Entwicklung und Publikation von [Open Educational Resources](https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Educational_Resources) aussehen könnte, wurden einige technische Komponenten zu einem größeren Konstrukt zusammengezogen (Dürkop, 2016). Dieses kann in Kürze so beschrieben werden:
* In GitLab werden Texte auf der Basis der Auszeichnungssprache [Markdown](https://de.wikipedia.org/wiki/Markdown) geschrieben.
* Die beteiligten Dateien (Textdateien, Konfigurationsdateien, Abbildungen) werden nach der Vorgabe eines [GitBooks](https://github.com/GitbookIO/gitbook) geordnet. GitBook zählt zu den [Static Site Generators](https://www.oreilly.com/ideas/static-site-generators). Das sind Programme, die aus einfachen Textdateien HTML-Seitenkonstrukte, PDFs und ePubs generieren können[^1].
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......@@ -8,7 +8,7 @@ Das [Open Science Framework (OSF)](https://osf.io/) ist im Kontext dieses Worksh
Das OSF bietet auf oberster Ebene *Projekte* zur Arbeitsorganisation. Es können beliebig viele *Contributors* eingeladen werden. Hierbei können auch Einstellungen zur Autorenschaft gemacht sowie Lese- und Schreibrechte vergeben werden.
Das OSF kennt auch den Begriff des *Forks*, also des Kopieren eines Projekts, um dann an der Kopie weiterzuarbeiten. Hier gibt es starke Ähnlichkeiten zu den Konzepten von [GitHub](../tools/github.md) und [GitLab](../tools/gitlab.md).
Das OSF kennt auch den Begriff des *Forks*, also des Kopierens eines Projekts, um dann an der Kopie weiterzuarbeiten. Hier gibt es starke Ähnlichkeiten zu den Konzepten von [GitHub](../tools/github.md) und [GitLab](../tools/gitlab.md).
Den Fortschritt der gemeinsamen Arbeit an dem Projekt können die Beteiligten in einem [Wiki](../tools/wikis.md) festhalten. Beliebige Dateien können hochgeladen und geordnet werden.
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# Wikis
[MediaWiki](https://www.mediawiki.org/wiki/MediaWiki) ist der Klassiker unter den vielen Softwareprojekten für Wikis. Die Wikipedia und alle anderen Unterwikis der [Wikimedia Foundation](https://www.wikimedia.de/wiki/%C3%9Cber_uns) werden damit betrieben.
[MediaWiki](https://www.mediawiki.org/wiki/MediaWiki) ist der Klassiker unter [den vielen Softwareprojekten für Wikis](https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Wiki-Software). Die Wikipedia und alle anderen Unterwikis der [Wikimedia Foundation](https://www.wikimedia.de/wiki/%C3%9Cber_uns) werden damit betrieben.
Wikis sind für die kollaborative Verstetigung von Wissen sehr gut geeignet. Man kann sie sowohl in der Lehre als auch in Forschungsprojekten einsetzen, um allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen, Daten, Workflowbeschreibungen u.ä. zusammenzutragen.
......@@ -12,7 +12,7 @@ Die Wikipedia hat immer noch den Ruf, unseriös für den Wissenschaftskontext zu
Wenn es darum geht, Wikiarbeit zu lernen, muss es also nicht sofort eine eigene Installation eines Wikis sein. Lehrende können mit ihren Studierenden auch gleich in der Öffentlichkeit agieren und Einträge in der Wikipedia oder ähnlichen Wikis verändern, verbessern, ergänzen.
Die Erfahrung zeigt aber, dass Studierende oftmals Sorge haben, etwas von sich preis zu geben, dass sie noch nicht sicher können oder wissen. Daher sollten Lehrende behutsam an diese Form der Kollaboration heranführen.
Die Erfahrung zeigt aber, dass Studierende oftmals Sorge haben, etwas von sich preis zu geben, das sie noch nicht sicher können oder wissen. Daher sollten Lehrende behutsam an diese Form der Kollaboration heranführen.
## Wikis in GitHub und GitLab
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......@@ -14,7 +14,7 @@ Bei der Differenzierung von *to collaborate* und *to cooperate* hilft der Migrat
## Darf man "Kollaboration" verwenden?
Die zweite Bedeutung des englischen Wortes *collaborate* weist auf die negative Konnotation des Wortes *Kollaboration* hin, derer sich Terkessides durchaus bewusst ist. In einem Zeitungsinterview (Djordjevic, 2015) nennt er den Grund, warum er es dennoch für brauchbar hält, um aktuelle Formen der Zusammenarbeit zu benennen:
Die zweite Bedeutung des englischen Wortes *collaborate* weist auf die negative Konnotation des Wortes hin, derer sich Terkessides durchaus bewusst ist. In einem Zeitungsinterview zu seinem Buch "Kollaboration" nennt er den Grund, warum er es dennoch für brauchbar hält, um aktuelle Formen der Zusammenarbeit zu benennen (Djordjevic, 2015):
> "Ich beziehe mich in meinen Überlegungen auf beide Bedeutungen des Begriffs. Auf der einen Seite ist jeder von uns auf die eine oder andere Weise Kollaborateur. Wir sind unzufrieden mit dem kapitalistischen Wildwuchs, den Defiziten der Demokratie, dem Funktionieren der Bürokratie und so weiter, stehen diesen Zuständen aber oft auch ohnmächtig gegenüber, weil wir nicht in der Lage sind, etwas zu ändern. Also schließen wir im Alltagsleben Kompromisse und kollaborieren – im negativen Sinne. Gleichzeitig sehe ich aber immer mehr interessante Formen der Selbstorganisation. Die Idee war, die positive Bedeutung als konkrete Utopie gegen die negative zu wenden" (Absätze 4 und 5).
......@@ -22,9 +22,11 @@ Die zweite Bedeutung des englischen Wortes *collaborate* weist auf die negative
Übertragen auf den Kontext von Lehre und Forschung heißt das, dass Wissenschaftler_innen in einem Spannungsfeld von Unzufriedenheit und kreativer Selbstorganisation agieren. Vieles am Wissenschaftssystem kann kritisiert werden, wir sind aber nicht in der Lage, die Umstände von heute auf morgen zu ändern. Es scheint, als bräuchten wir einen langen Atem, um Wirkung zu erzeugen.
## Ziel des Vortrags
Jenseits möglicher Kritik an den Zuständen erscheint das Zusammenarbeiten in Lehre und Forschung zu Zeiten zunehmender digitaler Durchdringung von Lebens- und Arbeitswelt große Potenziale zu bergen. Diese gilt es auszuloten. Dabei den Begriff *Kollaborieren* zu verwenden, hat den Vorteil, an die englischsprachige Debatte anzuschließen und noch etwas anderes zu auszudrücken als *zusammenarbeiten*.
Dieser Workshop unternimmt in Bezug auf Terkessides den Versuch, "[...] die positive Bedeutung als konkrete Utopie gegen die negative zu wenden" (Djordjevic, 2015, Absatz 5). Er zeigt Trends und Organisationsformen in Forschung und Lehre auf, die ausdrücken, wie Wissenschaftler_innen heute konkret zusammenarbeiten, um Wissenschaft und Wissensgesellschaft mitzugestalten.
## Ziel des Workshops
Dieser Workshop unternimmt in Bezug auf Terkessides den Versuch, "[...] die positive Bedeutung als konkrete Utopie gegen die negative zu wenden" (Djordjevic, 2015, Absatz 5). Er zeigt Trends und Organisationsformen in Forschung und Lehre auf, die ausdrücken, wie Wissenschaftler_innen heute konkret zusammenarbeiten können, um Wissenschaft und Wissensgesellschaft mitzugestalten, Forschung und Forschungsergebnisse transparenter zu machen und Potenziale in der Lehre zu nutzen, die aus der Bereitschaft entstehen, zu teilen und sich zu vernetzen.
## Referenzen
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# Open Education
[Open Education](https://en.wikipedia.org/wiki/Open_education) und [Open Educational Resources (OER)](https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Educational_Resources) sind nach wie vor ein weltweiter Trend, wenngleich man sagen muss, dass der Ansatz kostenloser und freier Bildungsmaterialien noch keine Selbstverständlichkeit ist. Die Gründe dafür liegen in Deutschland besonders in einem fest etablierten (Schulbuch)verlagssystem, aber auch in fehlenden Konzepten für eine verlässliche Qualitätssicherung.
[Open Education](https://en.wikipedia.org/wiki/Open_education) und [Open Educational Resources (OER)](https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Educational_Resources) sind nach wie vor weltweite Trends, wenngleich man sagen muss, dass der Ansatz kostenloser und freier Bildung bzw. Bildungsmaterialien noch keine Selbstverständlichkeit ist. Die Gründe dafür liegen in Deutschland besonders in einem fest etablierten (Schulbuch)verlagssystem, aber auch in fehlenden Konzepten für eine verlässliche Qualitätssicherung. Nicht zuletzt spielen auch kulturelle und persönliche Gründe eine wichtige Rolle.
In den USA sind OER aus anderen Gründen ein wichtiges Thema, denn dort kosten Lehrbücher in der Regel viel Geld. Kostenlose Alternativen bedeuten für viele Lernende, überhaupt Zugang zu Bildung zu bekommen und eine geringere Verschuldung während des Studiums. Das "frei" im Sinne von "Freiheit" spielt hier nicht die vorherrschende Rolle.
In den USA sind OER aus einem anderen Grund ein wichtiges Thema, denn dort kosten Lehrbücher in der Regel viel Geld. Kostenlose Alternativen bedeuten für viele Lernende, überhaupt Zugang zu Bildung zu bekommen und eine geringere Verschuldung während des Studiums. Das "frei" im Sinne von "Freiheit" steht hier nicht im Fokus.
## Freie und offene Bildungsmaterialien erstellen und verwenden
......@@ -34,7 +34,7 @@ Wiley ergänzt diese "5R" noch um das *ALMS-Framework*, mit dem bestimmte Anford
>3. **Meaningfully Editable:** Is the open content published in a manner that makes its content essentially impossible to revise or remix (e.g., a scanned image of a handwritten document)? Is the open content published in a manner making its content easy to revise or remix (e.g., a text file)?
>4. **Self-Sourced:** It the format preferred for consuming the open content the same format preferred for revising or remixing the open content (e.g., HTML)? Is the format preferred for consuming the open content different from the format preferred for revising or remixing the open content (e.g. Flash FLA vs SWF)[^2]?
Nimmt man diese Hinweise ernst, spricht vieles für die Verwendung freier und offener Softwareprogramme und Formate. Wie Dürkop (2016) vorschlägt, kann ein System zur zyklischen Entwicklung und (Nach)nutzung von OER mit Hilfe von [Versionskontrollsystemen, Static-SiteGeneratoren und einfachen Textformaten](../tools/gitlab.md) erreicht werden.
Nimmt man diese Hinweise ernst, spricht vieles für die Verwendung freier und offener Softwareprogramme und Formate. Wie Dürkop (2016) vorschlägt, kann ein System zur zyklischen Entwicklung und (Nach)nutzung von OER mit Hilfe von [Versionskontrollsystemen, Static-SiteGeneratoren und einfachen Textformaten](../tools/gitlab.md) erreicht werden. Hierbei gibt es noch viele Herausforderungen auf unterschiedlichen Ebenen.
## Referenzen
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......@@ -15,7 +15,7 @@ Christian Heise nach ist *Open Science* die Fortsetzung des *Open Access-Ansatze
> "Die forschungsleitende Hypothese dieser Arbeit ist, dass sich die Öffnung des Zugangs zu wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Gesamtgesellschaft (Open Access) in einer Übergangsphase zur Öffnung des Zugriffs auf den gesamten wissenschaftlichen Erkenntnisprozess (Open Science) befindet" (s. [Abstract](http://live.offene-doktorarbeit.de/chapter/Abstract#top)).
Allerdings haben seine Forschungen ergeben, dass es zumindest in Deutschland noch ein weiter Weg zu *Open Science* im oben formulierten Verständnis ist. Das liegt zum einen an nur zufällig und sporadisch vorhandenen informatischen Kenntnissen, um vor den Herausforderungen von *Open Science* im Prozess des digitalen Wandels bestehen zu können. Es liegt aber auch an den Kontextbedingungen, die offene Forschung nicht eben begünstigen. Für eine tiefer gehende Betrachtung sei an dieser Stelle auf seine [offene Doktorarbeit](http://live.offene-doktorarbeit.de/uebersicht) verwiesen (Heise, 2017).
Allerdings haben seine Forschungen ergeben, dass es zumindest in Deutschland noch ein weiter Weg zu *Open Science* im oben formulierten Verständnis ist. Das liegt zum einen an nur zufällig und sporadisch vorhandenen informatischen Kenntnissen beteiligter Akteur_innen, um vor den Herausforderungen von *Open Science* im Prozess des digitalen Wandels bestehen zu können. Es liegt aber auch an den Kontextbedingungen, die offene Forschung nicht eben begünstigen. Für eine tiefer gehende Betrachtung sei an dieser Stelle auf seine [offene Doktorarbeit](http://live.offene-doktorarbeit.de/uebersicht) verwiesen (Heise, 2017).
## Akteur_innen
......@@ -23,8 +23,17 @@ Neben Christian Heise sollen für die weitere Beschäftigung mit dem Thema noch
* [**Mozilla Science Lab**](https://science.mozilla.org/). Initiative der [Mozilla Foundation](https://www.mozilla.org/de/). Vermittelt vornehmlich praktische Kenntnisse für die Mitgestaltung eines offenen Wissenschaftssystems.
* [**Fellow Programm Freies Wissen**](https://wikimedia.de/wiki/BildungWissenschaftKultur/Fellowprogramm) der Wikimedia Deutschland. Endet im März 2017.
* [**Open Knowledge Network Foundation (OKNF)**](https://okfn.org/about/). Setzt sich für den freien Zugang zu Daten ein und damit ein wesentlicher Akteur in der [*Open-Data-Bewegung*](https://www.bpb.de/gesellschaft/medien/opendata/).
* [**Open Knowledge Network Foundation (OKNF)**](https://okfn.org/about/). Setzt sich für den freien Zugang zu Daten ein und ist damit ein wesentlicher Akteur in der [*Open-Data-Bewegung*](https://www.bpb.de/gesellschaft/medien/opendata/).
## Ein Fundus: Opening Science
Das Buch "Opening Science" (Bartling & Friesike, 2014) ist in vielerlei Hinsicht ein Fundus für aktuelle Praktiken, Tools und Veränderungen im Wissenschaftsbereich. Es ist als [frei verfügbares Buch bei Springer](https://link.springer.com/book/10.1007%2F978-3-319-00026-8) erhältlich, kann aber auch auf [der Website des Buchprojekts](http://www.openingscience.org/get-the-book/) gelesen werden. Dort steht es als HTML-Seite zur Verfügung und kann kommentiert und bearbeitet werden. Das Buch wird für die HTML-Version mit dem Static Site Generator Jekyll aus einem [GitHub-Repository](https://github.com/openingscience/book) generiert. Notiert wurde es in Markdown (vgl. [About](https://github.com/openingscience/book/blob/master/about.md)). Die Entstehungsgeschichte des Buchs kann in [der Versionshistorie des Repositorys](https://github.com/openingscience/book/commits/master) nachvollzogen werden. Die Beitragenden sind [ebenfalls gelistet](https://github.com/openingscience/book/graphs/contributors).
![Screenshot des Buches "Opening Science". In der rechten oberen Ecke wird zur Mitarbeit aufgefordert.](/abb/openscience-html-seite.png)
In den einzelnen Kapiteln des Buchs wird auf viele Beispiele und Tools verwiesen, die in der Open-Science-Bewegung entwickelt und genutzt werden.
## Referenzen
* **Bartling, S. & Friesike, S. (Hrsg.). (2014). Opening Science**. Cham: Springer International Publishing. Zugriff am 7.2.2017. Verfügbar unter: http://link.springer.com/10.1007/978-3-319-00026-8
* Heise, C. (2017). Von Open Access zu Open Science: Zum Wandel von wissenschaftlicher Kommunikation. Lüneburg: Leuphana. Zugriff am 4.2.2017. Verfügbar unter: http://live.offene-doktorarbeit.de/uebersicht
# Open Source
# Freie und Open-Source-Software
Ein bedeutsamer Bezugspunkt ist die FLOSS-Bewegung, wenn es um aktuelle Formen der Zusammenarbeit geht. FLOSS steht für *Free/Libre Open Source Software* und fasst verschiedene divergierende Auffassungen von Softwareentwicklung und -veröffentlichung zusammen.
Ein bedeutsamer (historischer) Bezugspunkt ist die FLOSS-Bewegung, wenn es um aktuelle Formen der Kollaboration geht. FLOSS steht für *Free/Libre Open Source Software* und fasst verschiedene divergierende Auffassungen von Softwareentwicklung und -veröffentlichung zusammen.
## Freie Software
[Richard Stallmann](https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Stallman) kann zu den einflussreichsten Akteuren dieser Bewegung gezählt werden, und heute beziehen sich noch viele Programmier_innen und Wissenschaftler_innen in ihrem Handeln auf den Programmierer und [Philosophen](https://www.gnu.org/philosophy/), wenn es um [Open Access](../trends/openaccess.md), [Open Science](../trends/openscience.md) und Open-Source-Software geht.
Als Wissenschaftler am MIT arbeitete Stallmann in den 1970er Jahren in einer Arbeitsgruppe, die selbstverständlich alle Informationen und wissenschaftlichen Ergebnisse miteinander teilte. Stallmann war davon überzeugt, dass Programme und Daten allen zugänglich sein sollten. Verschiedene Ereignisse, die Sam Williams (2002) zusammengetragen hat, machten ihn zu einem vehementen Kämpfer für *Freie Software*. So war es vornehmlich die künstliche Verknappung von Softwarequelltexten, die Stallmann das [GNU-Projekt](https://www.gnu.org/) initiieren ließen. Zudem verfasste er die [GPL](https://www.gnu.org/licenses/#GPL), die die Idee des [Copyleft](https://www.gnu.org/licenses/#WhatIsCopyleft) in die Form einer Lizenz brachte. Denn große Unternehmen wie XEROX und AT&T waren es, die anfingen, Software nur noch binär auszuliefern, sodass weder das Lernen aus den Programmen noch das Verändern ihrer Funktion möglich war.
Als Wissenschaftler am MIT arbeitete Stallmann in den 1970er Jahren in einer Arbeitsgruppe, die selbstverständlich alle Informationen und wissenschaftliche Ergebnisse miteinander teilte. Stallmann war davon überzeugt, dass Programme und Daten allen zugänglich sein sollten. Verschiedene Ereignisse, die Sam Williams (2002) zusammengetragen hat, machten ihn zu einem vehementen Kämpfer für *Freie Software*. So war es vornehmlich die künstliche Verknappung von Softwarequelltexten, die Stallmann das [GNU-Projekt](https://www.gnu.org/) initiieren ließen. Zudem verfasste er die [GPL](https://www.gnu.org/licenses/#GPL), die die Idee des [Copyleft](https://www.gnu.org/licenses/#WhatIsCopyleft) in die Form einer Lizenz brachte. Denn große Unternehmen wie XEROX und AT&T waren es, die anfingen, Software nur noch binär auszuliefern, sodass weder das Lernen aus den Programmen noch das Verändern ihrer Funktion möglich war.
## Die Bedeutung von Stallmann für die Kollaboration
......@@ -20,8 +20,7 @@ Wichtig ist hier vielleicht noch zu erwähnen, dass der Begriff *Open Source* au
## Referenzen
* Berners-Lee, T. (1999). Weaving the Web: The Original Design and Ultimate Destiny of the World Wide Web by Its Inventor. (M. Fischetti, Hrsg.) (1. ed.). San Francisco, Calif. u.a.: HarperSanFrancisco [u.a.].
* Raymond, E.S. (1999). The Cathedral & the Bazaar: Musings on Linux and Open Source by an Accidental Revolutionary (1. Auflage). Beijing ; Cambridge, Mass: O’Reilly.
* Torvalds, L. & Diamond, D. (2003). Just for fun: wie ein Freak die Computerwelt revolutionierte. Die Biographie des Linux-Erfinders (dtv) (3. Aufl., ungekürzte Ausg.). München: Dt. Taschenbuch-Verl.
* Williams, S. (2002). Free as in Freedom: Richard Stallman’s Crusade for Free Software. Sebastopol, Calif. : Farnham: O’Reilly. Zugriff am 4.2.2017. Verfügbar unter: http://www.oreilly.com/openbook/freedom/index.html
TODO: weitere Einführungsbücher
......@@ -2,6 +2,9 @@
An dieser Stelle sei auf die Veröffentlichung "Neue Formen der Koproduktion von Wissen durch Lehrende und Lernende" (Dürkop & Ladwig, 2016) hingewiesen, die den Themenschwerpunkt dieses Workshops in einem weiter gefassten Rahmen untersucht. Sie enthält weitere Hinweise zu den Potenzialen der Koproduktion und Kollaboration, vornehmlich in der Lehre.
Für den Bereich Forschung ist das Buch "Opening Science" von Bartling & Friesike (2014) ein sehr guter Einstieg.
## Referenzen
* Bartling, S. & Friesike, S. (Hrsg.). (2014). Opening Science. Cham: Springer International Publishing. Zugriff am 7.2.2017. Verfügbar unter: http://link.springer.com/10.1007/978-3-319-00026-8
* Dürkop, A. & Ladwig, T. (2016). Neue Formen der Koproduktion von Wissen durch Lehrende und Lernende (Arbeitspapier Nr. 24). Berlin: Hochschulforum Digitalisierung. Zugriff am 5.2.2017. Verfügbar unter: https://hochschulforumdigitalisierung.de/sites/default/files/dateien/HFD_AP_Nr24_Trendpapier_Koproduktion_von_Wissen.pdf
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